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Holzbautag 2013: Erfolgreicher Branchenztreff in Biel


Blick in den vollen Votragssaal

Über 220 interessierte Holzbauer, Architektinnen, Holzingenieure und Vertreterinnen der öffentlichen Hand haben sich am 7. Holzbautag am 2. Mai 2013 in Biel über neuste Entwicklungen, Innovationen und technische Umsetzungen von Holz-Tragwerken ins Bild gesetzt. Namhafte Referenten aus Forschung, Lehre und Praxis zeigten interessante Perspektiven und neue Anwendungsmöglichkeiten auf. In der begleitenden Fachausstellung präsentierten 20 Firmen ihre neusten Produkte und Systeme.

Der Holzbautag hat sich mittlerweile als wichtiger Branchenevent im Holzbau etabliert. Entsprechend zufrieden zeigten sich die Veranstalter Berner Fachhochschule und Lignum. So betonte auch Heinz Müller, Direktor des Departements Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule (BFH-AHB), in seiner Begrüssungsrede die Wichtigkeit einer gut funktionierenden Zusammenarbeit zwischen Industrie und Fachhochschule. Mit einer fundierten Ausbildung auf Stufe Techniker, Bachelor und Master, einer marktorientierten Weiterbildung sowie einer innovativen Forschung und Entwicklung ist die BFH eine wichtige Stütze für die erfolgreiche Entwicklung der Schweizer Holzwirtschaft. Diese Schlüsselrolle will man in Biel weiter stärken und bestens ausgebildete Fachleute auf den Markt bringen.

Neue Brandschutznormen

Der Holzbau gewinnt weiter an Höhe und Breite. «Die grossen Absatzmärkte für den Holzbau liegen in Zukunft im urbanen Umfeld, in Agglomerationen und als wertsteigernde Ergänzungsbauten in den Städten», wie Hanspeter Kolb, verantwortlicher Organisator der Tagung, einleitend erörtert. Die zurzeit in der Vernehmlassung stehenden, neuen Brandschutzvorschriften (ab 2015 in Kraft) ergeben für den Holzbau weitere Marktanteile. «Verdichtetes Bauen, mehrgeschossige Aufstockungen und Bauten bis zur Hochhausgrenze sollen künftig möglich sein», unterstrich Reinhard Wiederkehr von der Firma Makiol + Wiederkehr von Beinwil am See in seinem Referat. Die laufende Überarbeitung der Brandschutzvorschriften berücksichtigt die neuen bautechnischen Entwicklungen. Hier hat die Holzbranche in den vergangenen Jahren mit grossem Engagement, zielgerichteter Forschung und Entwicklung, und praxisnaher Aus- und Weiterbildung auf allen Stufen ideale Grundlagen geschaffen. Künftig sollen ganzheitliche Brandschutzkonzepte im Zentrum stehen und nicht die Frage «brennbar oder nicht brennbar».

Wichtigkeit einer optimalen Planung

Konrad Merz von merz klay partner aus Altenrhein zeigte mit seinen realisierten Bauten eindrücklich auf, wie die optimale Kombination von Holz, Stahl und Beton gerade bei Grossobjekten die Materialkosten entscheidend reduzieren kann. Mit entsprechendem Engineering lassen sich Montagezeiten merklich verkürzen, Qualität, Sicherheit und Konkurrenzfähigkeit steigern. Dabei übernimmt der Holzbauer als GU zunehmend die führende Rolle.

Überwachung lohnt sich

Sicherheit dank Qualität – robust planen, kontrolliert bauen, permanent überwachen. Unter diesem Titel präsentierte Andreas Müller, BFH-AHB, neue Erkenntnisse und Resultate laufender Forschung- und Dienstleistungsprojekte. Anhand konkreter Beispiele von Holzbrücken verdeutlichte er, dass es sich lohnt, den Zustand von Tragwerken permanent oder mindestens alle zwölf Monate zu überwachen. Allfällige Mängel (Verformungen, Risse, Durchfeuchtung, etc.) oder Schädigungen können dadurch frühzeitig erkannt und mit geringem Aufwand behoben werden.

Leuchtturmprojekte aus Holz

Zwei Leuchtturmprojekte rundeten den Holzbautag Biel 2013 auf eindrückliche Weise ab. Der Elefantenpark im Zoo Zürich wird zurzeit als sogenannte Freiformschale realisiert. Für diese neuartige Konstruktionsform waren spezifische Bauteilversuche und komplexe statische Formfindung erforderlich. Hermann Blumer, von der Creation Holz GmbH aus Herisau, gab mit dem zweiten Projekt – Swatch-Neubau in Biel – einen eindrücklichen Ausblick. Die mehrfach gekrümmte Freiform besteht aus sich kreuzenden Balkenschlagen mit einer maximalen Spannweite von 33 Metern und einer Stichhöhe von bis zu 26 Metern. Daraus ergibt sich eine spektakuläre, netzartige Konstruktion, die in ihrer Form an einen Drachen erinnert. Der «Swatch-Drachen» des Architekturbüros von Shigeru Ban soll 2014 realisiert werden und die Innovationskraft des Uhrenunternehmens nach Aussen kommunizieren.


Reinhard Wiederkehr, Makiol + Wiederkehr, Beinwil am
See Brandschutz im mehrgeschossigen Holzbau - gestern,
heute, morgen


Konrad Merz, merz kley partner, AltenrheinBeton, Holz und
Stahl – hoch hinaus mit optimaler Materialwahl


Hermann Blumer, Creation Holz GmbH,
Herisau Mehrfach gekrümmt: der
Swatch-Neubau in Biel - ein Ausblick


Ralph Schläpfer, Lignatur AG, Waldstatt und Andreas
Müller, BFH-AHB, Biel im Gespräch


Die Begleitausstellung bot den Rahmen für interessante
Gespräche und Möglichkeiten für das Networking

 

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