Infrastrukturmanagement in Gemeinden

Das Projekt "Infrastrukturmanagement in Gemeinden" soll sich den gesamten kommunalen Infrastrukturen annehmen. Aufgrund der Grösse der kommunalen Infrastruktur wird in einem ersten Teilprojekt der Bereich Siedlungsentwässerung bearbeitet. Diese Priorisierung wurde gewählt, weil die Siedlungsentwässerung diejenige Infrastruktur ist, die den grössten Teil des Kapitals bindet und das komplexeste Medium darstellt.

Forschungsschwerpunkt Institut für Siedlungsentwicklung und Infrastruktur
Förderorganisation Kommission für Technologie und Innovation (KTI)
Projektziele

Ziel dieses Projekts ist, die Informationslücken im kommunalen Infrastrukturmanagement zu schliessen, indem ein Instrument zur Steuerung der öffentlichen Infrastruktur entwickelt wird. Aufbauend auf Kennzahlen werden die für das kommunale Infrastrukturmanagement zuständigen Stufen aus Exekutive und Verwaltung bei der Zielformulierung, Evaluation, Entscheidungsfindung, Massnahmenplanung und deren Umsetzung. Das Instrument dokumentiert politisch-strategische, finanzielle und technische Ziele für die kommunale Infrastruktur. Zudem gibt es einen Überblick über die relevanten Partner und die Regelung der Verantwortlichkeiten der Infrastrukturen einer Gemeinde und erleichtert den Zugang zu den relevanten rechtlichen und technischen Grundlagen (Gesetze, Verordnungen, Reglemente, Normen).

Ergebnisse

Das Instrument wird als integraler Bestandteil des bestehenden Gemeindecockpits des Instituts for ICT Based Management der Berner Fachhochschule entwickelt. Das Gemeindecockpit ist ein übergeordnetes Führungsinstrument für Gemeinden. Es erlaubt, die Strategie der Gemeinde sichtbar zu machen und deren Umsetzung zu überprüfen. Überdies bietet es Möglichkeiten, um Daten zu analysieren, Massnahmen zu planen und deren Realisierung zu verfolgen. Als Basis dazu werden auch bestehende Daten aus verschiedenen Anwendungen verwendet, etwa aus der Einwohnerkontrolle, aus geographischen Informationssystemen oder aus dem Rechnungswesen.

Folgeprojekte Das Projekt "Infrastrukturmanagement in Gemeinden" ist als grösseres Forschungsprogramm geplant, welches sich den gesamten kommunalen Infrastrukturen annimmt. Auf Grund der Grösse der kommunalen Infrastruktur wird in einem ersten Projekt der Bereich Siedlungsentwässerung bearbeitet. Diese Priorisierung wurde gewählt, weil die Siedlungsentwässerung diejenige Infrastruktur ist, welche den grössten Teil des Kapitals bindet und das komplexeste Medium darstellt.


Projektpartner

 

  • Berner Fachhochschule, Institute for ICT-based Management
  • SWR Geomatik AG
  • Bichsel Bigler Partner AG
  • Swissplan.ch
  • Lisag AG
  • Schweizerischer Gemeindeverband
  • Fachorganisation Kommunale Infrastruktur
  • Abwasser Uri AG
  • Pilotgemeinden Bondaduz, Moosseedorf, Wohlen bei Bern

 

 

Rund die Hälfte der gesamten öffentlichen Infrastruktur (Wasser, Abwasser, Strassen, Gas, Strom, Kommunikation) der Schweiz sind im Besitz von Gemeinden. Der Wiederbeschaffungswert der kommunalen Infrastrukturen wird auf rund 460 Mrd. Franken geschätzt. Ein bedeutender Teil dieses Bestandes stammt aus den Wachstumsjahren der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert. Damit ist ein grosser Teil am Ende der Lebensdauer angelangt und es wird davon ausgegangen, dass jährlich 20 Mrd. Franken für den Erhalt und 160 Mrd. Franken für deren Erweiterung ausgegeben werden muss. Für die Gemeinden stellt die Infrastruktur daher nicht nur eine wichtige Grösse in der Budgetplanung dar, sondern macht auch einen erheblichen Wertanteil in der Anlagebuchhaltung aus. Heute fehlt in den meisten Gemeinden eine systematische Übersicht über den Zustand und die Werte der Infrastrukturen. Dieses fehlende Wissen wird durch die Einführung der Harmonisierten Rechnungslegung 2 (HRM2), welche eine Anlagebuchhaltung vorschreibt und die Anlagen nach dem Grundsatz des „fair and true value“ bewertet, für die Gemeinden in Zukunft von noch grösserer Bedeutung.

Um diese Wissenslücken im kommunalen Infrastrukturmanagement zu schliessen wird im Rahmen des Projektes „Infrastrukturmanagement in Gemeinden“ ein Steuerungsinstrument entwickelt, welches die kommunale Politik und Verwaltung bei der Zielformulierung, Evaluation, Entscheidungsfindung, Massnahmenplanung und Umsetzung eines ganzheitlichen Infrastrukturmanagements unterstützt. Das Ziel des Instrumentes ist die Blackbox Infrastruktur transparent zu machen und als strategische Ressource für die Gemeindeentwicklung zu etablieren.

Das Steuerungsinstrument wird als integraler Teil des heute bereits bestehenden Instruments des Gemeindecockpits des Departements Technik und Informatik der Berner Fachhochschule geplant. Im Gemeindecockpit werden die für die Infrastruktur relevanten Führungsgrössen (Finanzwerte, Zustand, räumliche Informationen, Unterhaltsarbeiten, Betriebskosten etc.) und Leistungsprozesse (Beschaffung, Unterhalt etc.) so miteinander verknüpft, dass ein umfassendes Monitoring der Anlagen möglich macht und die Daten sowohl für die Finanzplanung als auch für die Siedlungsentwicklung genutzt werden können

Handbuch kommunales Infrastrukturmanagement

Das Handbuch „Kommunales Infrastrukturmanagement“ ist ein Projekt unter der Leitung der Fachorganisation Kommunale Infrastruktur des Schweizerischen Städteverbandes und des Schweizerischen Gemeindeverbandes. Am Projekt beteiligt sind BAFU, EAWAG, OKI, KVU, SVGW, VSA.

Das Handbuch wurde von einer breit abgestützten Trägerschaft aus Bund, Kantonen, Wissenschaft und Fachverbänden in Auftrag gegeben. Wasser-Agenda 21 dient als Plattform für die breit zusammengesetzte Projektorganisation.

Im Fokus der ersten Auflage stehen die kommunalen Netzinfrastrukturen. Das Handbuch soll als Ergänzung zu den Normen und Richtlinien der einzelnen Fachverbände dazu beitragen, dass die Herausforderungen des Infrastrukturmanagements in den Gemeinden aus einer Gesamtsicht erkannt werden und die Gemeinden eine erste Anleitung erhalten, wie Infrastrukturmanagementprozesse dauerhaft eingeführt werden können.

Das KTI Projekt Infrastrukturmanagement nimmt Bezug auf das Handbuch und arbeitet in der Vernehmlassung des Handbuches als wissenschaftlicher Partner mit.

  • Klaus R. Eichenberger
  • Christian von Büren
  • Heinz Mutzner 

 

 

 

  • Link zum Gemeindecockpit: Link
  • Link in Handbuchbereich: Link

  • Fact Sheet: PDF