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Landschaftspark Binntal

KTI Forschung – Studierendenprojekte – Architekturwettbewerb

Erarbeitung eines Planungsinstruments zur schonenden Entwicklung des Landschaftsparks Binntal

Seit 2010 ist der Fachbereich Architektur der Berner Fachhochschule mit Forschungsarbeiten und Aktivitäten im Binntal zu Gast. Das Hauptziel dieser neuartigen Architektur-Forschung ist es, ein konkretes Planungsinstrumentarium zu erarbeiten, mit dem sich die lokalen Planer, Behörden, Tourismus- und Gewerbebetriebe an einer schonenden Weiterentwicklung des Landschaftsparks Binntal beteiligen können.

Forschungsschwerpunkt Planungs-, Bau- und Fertigungsprozesse
Forschungsfeld Architekturprozesse
Förderorganisation KTI
Projektziel Als Grundlage überführt das Projektteam zwei Indikatoren - «Dichte» und «Materialität» - in ein Modell. Diese stellt wesentliche Faktoren für die räumlich atmosphärische Qualität eines Objekts dar und macht diese handhabbar. Daraus resultierende Thesen stellt das Team nun den technischen und bauphysikalischen Begebenheiten des Live-Objekts gegenüber. Mit Hilfe eines Leistungsmodells, welches die ökonomische Grundlage bildet, soll das baurechtlich verbindliche Planungswerkzeug im Binntal implementiert werden.
Projektpartner Landschaftspark Binntal

 

Summerschool und Studierenden-Workshops

Parallel zum bundesfinanzierten Forschungsprojekt finden periodisch Studierendenworkshops und Summerschools statt, welche wichtige Inputs für die Forschung liefern und umgekehrt von Forschungsresultaten profitieren.

 

 

Summerschool Binn, Urs Brotschi


Architekturstudierende skizzierten im Sommer 2010 die spezifischen Qualitäten des denkmalgeschützten Schulhauses im Dorfkern von Binn. Die Studien fielen vielfältig und realistisch aus: die Gemeinde beauftragte die BFH, die Rahmenbedingungen für Umnutzung des Gebäudes in einer Vorstudie zu konkretisieren. Darauf folgte ein Architekturwettbewerb, zu welchem fünf Büros aus Visp und Brig eingeladen wurden. Im Juni dieses Jahres konnten die Projekte besichtigt werden; die Gemeinde will nun die nötigen finanziellen Mittel für eine Realisierung beschaffen.

 



Masterprojekt "Hockmatte"; Saina Nicolet

Diese und weitere Projekte wurden im September 2012 anlässlich einer kleinen Werkschau in Binn ausgestellt. Zum Ausstellungsleporello

 

Zusammenarbeit mit der holzverarbeitenden Branche

Die Menschen im Landschaftsparkgebiet Binntal leben vorwiegend von der Landwirtschaft und vom Tourismus. Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Berner Fachhochschule und dem Landschaftspark Binn steht jedoch auch die Holzwirtschaft im Mittelpunkt des Interesses: Im Herbst 2012 setzen sich die Architekturforscher mit Vertretern von lokalen Forstbetrieben, Sägereien und Schreinereien zu Workshops zusammen. Es geht darum, gemeinsam konkrete Möglichkeiten zu evaluieren, wie in Zukunft die gesamte Wertschöpfungskette durch lokale Unternehmen und Ressourcen abgedeckt und somit optimiert werden kann.


Blick von Ausserbinn ins Binntal

Was ist ein Landschaftspark?
Die Schweiz erklärt sechs Zonen des nationalen Territoriums gesetzlich zu Naturpärken. Diese verfügen wie auch der erste seit 1914 bestehende Schweizerische Nationalpark im Engadin über eine eigene rechtliche Grundlage; das Natur- und Heimatschutzgesetz (NHG), das auf das Jahr 2008 fusst. Dieses unterscheidet drei Kategorien von Pärken:
  • Nationalpark
  • Regionaler Naturpark
  • Naturerlebnispark

Plan der Pärke in der Schweiz_pdf.

Damit ein Park Finanzhilfen vom Bund und das «Park-Label» erhält, muss er gewisse Anforderungen erfüllen. Grundvoraussetzung ist die hohe natürliche und landschaftliche Qualität des Parks; diese beruht auf der Vielfalt der einheimischen Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume, der unvergleichlichen Schönheit der Landschaft und auf der Einzigartigkeit der Kulturlandschaft sowie der kulturhistorisch bedeutungsvollen Stätten und Denkmäler.

Faszinierende Geschichten und echte Naturerlebnisse
Den Besuchern sollen die Pärke echte Naturerlebnisse bieten; faszinierende Geschichten, Kontakte zu einer lebendigen Bevölkerung und den Genuss regionaler Spezialitäten.

Ausserdem sollte die Initiative für die Schaffung eines Parks von der Bevölkerung aus gehen: Bei der Projektierung, bei der Errichtung und beim Betrieb eines Parks ist die Mitwirkung der Bevölkerung und der verschiedenen Interessengruppen darum zwingend zu gewährleisten. Die Gemeinden sind in der Trägerschaft des Parks massgeblich vertreten. 

Hohe Natur- und Landschaftswerte
Parkgebiet zeichnet sich durch einen Reichtum an Natur- und Landschaftsmerkmalen aus. Diese sind beispielsweise Fliessgewässer und Vegetationstypen; je nach Parkkategorie oder -zone gehören auch Kulturlandschaften und Kulturgüterobjekte dazu. Das Parkgebiet verfügt über Flächen, die zu den verschiedenen nationalen und regionalen Biotop- und Landschaftsinventaren oder zu Gebieten mit einem anderen kantonalen Schutzstatus gehören. Ein Park von nationaler Bedeutung umfasst demnach ein Gebiet, das im schweizweiten Vergleich über ein Natur-, Landschafts- und je nach Parkkategorie Kulturerbe von ausserordentlichem Wert verfügt.


Traditioneller Walliserspeicher

Integration in die Umgebung
Die Ortschaften in den Umgebungszonen der Nationalpärke und in den Regionalen Naturpärken haben ihren traditionellen landschaftlichen bzw. historischen Charakter im Wesentlichen bewahrt. Die für die regionale Architektur und Kulturleistung repräsentativen Gebäude und historischen Verkehrswege bilden nach wie vor eine Einheit, die nicht bedeutend durch das Ortsbild beeinträchtigende Bauten gestört wird. Der besondere Charakter einer Ortschaft hängt auch von den sie umgebenden Obstgärten, Wiesen, Weiden, Weinbergen und Ackerflächen ab. Das Landschafts- und Ortsbild eines Parks von nationaler Bedeutung ist nicht durch schwerwiegende Eingriffe für technische Infrastrukturanlagen beeinträchtigt, und seine Ökosysteme haben keine bedeutenden Beeinträchtigungen erlitten.

(Quelle: www.bafu.admin.ch/paerke/04405/04407; Pärke von nationaler Bedeutung; BAFU_2012)

Marco Bakker Professor BFH
Ueli Jezler Wiss. Mitarbeiter BFH
Kathrin Merz Wiss. Mitarbeiterin BFH
Frédéric Pichelin Einheitsleiter BFH, Werkstoffe und Holztechnologie
Thomas Volkmer     Wiss. Mitarbeiter BFH

Projektleitung

Ueli Jezler
Projektverantwortung
Marco Bakker

 

 

 

 

Biel, 6. September 2012 |Medienmitteilung
Die atmosphärischen Qualitäten einer Bergregion erforschen: Projektausstellung «Landschaftspark Binntal» 
Eine Ausstellung im Burgersaal von Binn dokumentiert vom 17. bis zum 23. September 2012 die ersten Resultate eines interdisziplinären Projekts der Berner Fachhochschule und des Vereins Landschaftspark Binntal.
> zur Medienmitteilung Binntal_MM.pdf