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Kirchenburgenlandschaft in Siebenbürgen

12.09.2018
Architektur- und Bauingenieurstudierende befassten sich mit der Rettung eines europäischen Kulturerbes. Daran anschliessend wird Ende September eine internationale Fachtagung zusammen mit der Stiftung Kirchenburgen und dem Verein der Siebenbürger Sachsen Schweiz organisiert.


Im Rahmen einer Summerschool verbrachte eine Gruppe Bachelorstudierender Architektur gemeinsam mit MSE Studierenden Bauingenieurwesen zwei Wochen in Siebenbürgen. In der wenig bekannten Region im Südosten Europas, auch «Transsilvanien – Das Land hinter den Wäldern» genannt, stehen über 160 Kirchenburgen und Wehrkirchen die vom Verfall bedroht sind.

Nur der Erhalt von genutzten Anlagen ist nachhaltig
Die Studierenden hatten die Aufgabe, am Beispiel der Kirchenburganlage in Galt (rum. Ungra) Konzepte zur Um- und Nachnutzung zu entwickeln. Grundlage hierfür war die detaillierte Zustandserfassung der vorhandenen Bausubstanz und eine digitale Bauaufnahme, bei der neueste digitale Methoden angewendet wurden. Es kamen die Photogrammmetrie mit Bildaufnahmen einer eigens angeschafften Drohne sowie vor Ort erstellte 3D-Scans zum Einsatz. Für das bessere Verständnis der multiethnischen Gesellschaftsstruktur (Rumänen, Ungarn, Roma und eine deutsche Minderheit) organisierten die Studierenden einen Workshop mit der lokalen Bevölkerung, um deren Bedürfnisse zu ermitteln. Die abgeleiteten Konzeptideen sollen durch eine neue Nutzung den Erhalt der Wehrkirchen und Kirchenburgen sicherstellen. Dabei wurden mehrstufige Ansätze verfolgt: von essentiell-notwendig über mittelfristig realistisch bis visionär-utopisch. Bei der interdisziplinären Herangehensweise wurden neben den architektonisch-technischen auch kulturelle und marketingorientierte Aspekte mit einbezogen.

Kulturelles Erbe aufarbeiten und erhalten - Fachtagung vom 28. bis 30. September 2018
Die Kirchenburgenlandschaft in Siebenbürgen ist auch das Thema einer dreitägigen, internationalen Fachveranstaltung. Diese wird vom Verein Siebenbürger Sachsen in der Schweiz organisiert und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kirchenburgen und der Berner Fachhochschule durchgeführt. Das Patronat wird von der SIA Sektion International übernommen.Die Situation der Kirchenburgenlandschaft hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark gewandelt. Als Folge der stetigen Aussiedlung nach dem 2. Weltkrieg und vornehmlich durch den Exodus der Siebenbürger Sachsen nach der politischen Wende 1989, sind diese Kulturdenkmäler vom Verfall bedroht. Die Tagung diskutiert diesen Wandel mit Blick auf seine kulturhistorischen Aspekte, das heisst aus der Perspektive zum Erhalt und Nutzung, bzw. Umnutzung der Kirchenburgen. Einerseits ist die Erhaltung des kulturellen Erbes entscheidend und andererseits die wissenschaftliche Aufarbeitung der Entstehungs- und Baugeschichte der Kirchenburgen Siebenbürgens im sozialen, kulturellen, religiösen und politischen Umfeld über Jahrhunderte hinweg von Bedeutung. 

Kurzentschlossene können sich bei Marianne Hallmen zur Tagung anmelden.

Bildergalerie

Kirchenburg Tartlau; Foto: Georg Gerster
  
   
  

Weitere Informationen und Auskünfte 

Summerschool


Fachveranstaltung

Tagungsprogramm

Verein Siebenbürgen Schweiz
Stiftung Kirchenburgen

 

 

 

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