Grosses Potenzial für Holz bei Mehrfamilienhäusern – Holz legt im ersten Halbjahr 2015 weiter zu

16.12.2015
Die Baukonjunktur hat sich im ersten Halbjahr 2015 abgeschwächt. Die Investitionsvolumen der einzelnen Projekte sind aber gestiegen, ebenso die Anzahl Baubewilligungen. Dies inbesonders bei den Mehrfamilienhäusern, im Neubau und Umbau. In diesem Bereich konnte der Holzeinsatz in den letzten Jahren stark zulegen. Die Berner Fachhochschule BFH sieht deshalb im mehrgeschossigen Holzbau weiterhin ein grosses Potenzial für die Holzbranche.

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU wertet die Berner Fachhochschule BFH den Holzendverbrauch – jene Bereiche, in denen Holz schlussendlich eingesetzt wird – der Schweiz über mehrere Jahre aus. Die Studien zeigen aktuelle Entwicklungen und Zahlen zur Nutzung von Holz in den Bereichen Bauwesen, Holz im Aussenbereich, Möbel, Innenausbau, Verpackung sowie Holzwaren. Vor Kurzem erschien die Studie zum stofflichen Holzendverbrauch für das Jahr 2012 mit Ausblick auf 2014 und 2015. Die Zahlen sind eindrücklich: Die stoffliche Nutzung von Holz ist 2012 auf 3.05 Mio. mgestiegen, dies ist eine Steigerung von rund 10% im Vergleich zu 2009. Den stärksten Anstieg gab es im Bereich Gebäude mit einem Zuwachs von rund 16% innerhalb von drei Jahren. Bis 2014 stieg der Holzeinsatz für Tragwerke, Fassaden und weitere Bauelemente in diesem Bereich um weitere 8% auf 965'000 mpro Jahr. Speziell hervorzuheben ist daraus der Anstieg bei den Mehrfamilienhäusern von 2009 auf 2014 um rund 73%.

Grösster Anteil der stofflichen Nutzung von Holz im Bauwesen

Insgesamt wurde für das Jahr 2012 ein Holzeinsatz von rund 3.05 Mio. m3 für die stoffliche Verwendung im Bereich der Holzprodukte ermittelt. Der grösste Anteil wurde mit insgesamt 1.43 Mio. mHolz und rund 47% der ermittelten Holzmenge im Bauwesen eingesetzt. An zweiter Stelle steht der Bereich Möbel und Innenausbau mit 935'200 m3 Holz, einem Anteil von über 30%. Die Bereiche Verpackung und Holzwaren erreichten im Jahr 2012 zusammen einen Holzeinsatz von 607'800 mund einen Anteil von rund 20%.

Grafik: Ergebnisse der Projektbereiche Holzendverbrauch 2012, Quelle: BFH-AHB, Projekt: Holzendverbrauch 2012

Steigerung von rund 3 Prozent pro Jahr

Die Projektergebnisse bilden insgesamt einen gestiegenen Holzendverbrauch für die stoffliche Verwendung in Holzprodukten ab. Die Steigerungen auf 3.05 Mio. m3 gegenüber 2.77 Mio. m3 im Jahr 2009 und gegenüber 2.52 Mio. m3 im Jahr 2001 sind deutlich. Sie zeigen einen positiven Trend zur stofflichen Nutzung von Holz in der Schweiz. Den stärksten Zuwachs von 2009 auf 2012 verzeichnete der Bereich Bauwesen mit einem Plus von rund 15%. Dies ist vor allem auf die starke Zunahme in der Konstruktion und Gebäudeausstattung von Mehrfamilienhäusern und Gewerbebauten zurückzuführen. Ebenfalls deutlich gestiegen ist der Bereich Fenster mit einem Plus von rund 12% beim Holzeinsatz. Im Bereich Möbel und Innenausbauten wird das Wachstum um knapp 9% besonders vom starken Anstieg bei den Decken-, Wand- und Innenbekleidungen geprägt. Daneben haben Bodenbeläge mit rund 10% Zunahme und Küchen- und Badmöbel mit rund 9% Wachstum zur Entwicklung des Holzeinsatzes beigetragen. Der Einsatz im Bereich Holzverpackungen ist um 7% gestiegen. Dabei sind die Bereiche Einweg- und EURO-Paletten am stärksten gewachsen.

Grafik: Ergebnisse der Projektbereiche Holzendverbrauch 2012 im Vergleich zu 2009, Quelle: BFH-AHB, Projekt: Holzendverbrauch 2012

Entwicklungen und Tendenzen im Baubereich 

Der Einsatz von Holzprodukten wurde im Baubereich stark geprägt von der positiven Entwicklung der Bautätigkeit gegenüber 2009, guten konjunkturellen Rahmenbedingungen sowie den verfügbaren Budgets der Kunden. Die Marktentwicklungen in Neu-, An- und Umbau sowie bei den Renovationen hatten einen direkten Einfluss auf den Holzeinsatz, vor allem im Bauwesen, für Holz im Aussenbereich sowie im Innenausbau. Bei den weiteren Marktentwicklungen gibt es 2014 einen neuen Aspekt: Die Anzahl der Baubewilligungen ist im Jahr 2014 erstmals seit 2009 wieder rückläufig. Dies gilt jedoch nicht für die Höhe der geplanten Bauinvestitionen. Diese zeigen deutlich, dass die Bauprojekte im Schnitt grösser werden. Ein weiterer Trend mit Auswirkungen auf den Holzeinsatz ist die Verlagerung im Neubau von Einfamilienhäusern hin zu Mehrfamilienhäusern. Für den Holzbau liegt das Potential bei rund 520 neuen Mehrfamilienhäusern und 1700 Einfamilienhäusern in Holzbauweise, die im Jahr 2015 fertiggestellt werden. Die neuen Bewilligungen aus dem ersten Halbjahr 2015 legen für Mehrfamilienhäuser über alle Materialien und auch für die Holzbauweise wieder zu.

Swisswoodhouse, Nebikon, Renggli AG. Copyright: Ruedi Walter, Basel

Die Berichte zum Holzendverbrauch 2012 mit Trends 2014 sowie Kurzberichte 2014 sind unter www.ahb.bfh.ch/holzendverbrauch verfügbar. Daten zu 2015 sind auf Anfrage erhältlich.

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Medienmitteilung

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Grafik Holzendverbrauch

Grafik Holzendverbrauch Vergleich

Swisswoodhouse, Nebikon, Renggli AG

 

Weitere Auskünfte erteilt:

Berner Fachhochschule
Birgit Neubauer-Letsch,
Telefon +41 32 344 03 39, E-Mail:birgit.neubauerletsch(at)bfh.ch

ahb.bfh.ch