Gute Diskussionen, verschiedene Sichtweisen, konkrete Projektideen

Spezialistinnen und Spezialisten mit entsprechendem Fachwissen in mehrgeschossigen Holzbauten und weitgespannten Holzkonstruktionen sind gefragt. Zum zweiten Mal bietet die Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau 2016 mit dem CAS Holz-Tragwerke eine gezielte Weiterbildung an. Teilnehmer aus der ersten Durchführung 2014/2015 erzählen von ihren Erfahrungen.

Der Holzbau hat in den vergangen Jahren einen Quantensprung gemacht. Neue Holzwerkstoffe und Verbindungssysteme, neue Berechnungs- und Konstruktionsmethoden haben aus Holz einen Hightech-Werkstoff gemacht. Der moderne Holzbau entfaltet immer wirksamer sein Potenzial, er gewinnt an Höhe und Tragweite. Mehrgeschossige Holzbauten werden grösser, weitgespannte Holzkonstruktionen aussergewöhnlicher. Durch die vielfältigen Möglichkeiten mit Holz als Baustoff der Zukunft steigt auch die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Das entsprechende Wissen vermittelt das CAS Holz-Tragwerke der Berner Fachhochschule.

Was war Ihre Motivation, das CAS Holztragwerke zu besuchen? 

Niels Lofteröd: «Ich wollte eine tiefere Einsicht in Tragwerke allgemein gewinnen. Mein Ziel war es, das MAS Holzbau zu machen. Nachdem ich mir die verschiedenen in Frage kommenden CAS angeschaut hatte, bin ich zum Schluss gekommen, dass ich mit dem CAS Brandschutz, dem CAS Bauphysik und dem CAS Holztragwerke ein die richtigen Bausteine zusammen hatte.»

Severin Knecht: «Die Motivation den CAS Holztragwerke zu besuchen, war ein besseren Verständnis von Tragwerken im Allgemeinen und Holztragwerken im Besonderen zu gewinnen und damit schlüssige, effiziente Konzepte, die die Möglichkeiten des Baustoffs Holz ausreizen, erarbeiten zu können

Welches waren Ihre persönlichen Erwartungen und in wieweit wurden diese erfüllt? 

Lofteröd: «Ich war sehr offen. Ich wollte mich neu orientieren, den Fokus ändern. In Norwegen, wo ich herkomme, ist das Bauwesen sehr holzbasiert. Ich wollte wissen, wie der moderne Holzbau aussieht, was ihn ausmacht. Meine Erwartungen wurden zum grossen Teil erfüllt.»  

Knecht: «Vom CAS habe ich erwartetet einen vertieften Einblick über die Ingenieurskunst im Holzbau zu erhalten. Die Erwartungen wurden vollends erfüllt

Welches waren die wertvollsten Inhalte in Bezug auf Ihre berufliche Tätigkeit, wovon haben sie am meisten profitiert? 

Lofteröd: «Für mich war es keine Repetition, ich musste mir die Materie erarbeiten. Jeder kann aus dem Kurs für sich das herausnehmen, was er persönlich wichtig findet. Das CAS macht gesamthaft als Paket Sinn.»

Knecht: «Ich konnte ein gutes Gespür für Holztragwerke entwickeln, so dass ich im Alltag auch gleich die schwierigen Stellen erkenne und weiss, mit welchen ungefähren Möglichkeiten ich darauf reagieren kann.»

Es haben Fachleute mit unterschiedlichem Hintergrund und Erfahrungsschatz am CAS teilgenommen. Wie konnten sie vom Wissen der anderen Teilnehmenden profitieren? 

Lofteröd: «Neue Leute kennen zu lernen, persönliche Kontakte, die Möglichkeit, sich ohne Druck bewegen, diskutieren und Erfahrungen austauschen zu können, war sehr wichtig für mich.»

Knecht: «Durch den Austausch mit den anwesenden Bauingenieuren, Zimmermeistern und Architekten konnte ich noch Vieles zusätzlich mitnehmen. Die anderen Teilnehmer waren fast ebenso wichtig wie die Dozenten. Alle konnten von allen lernen.»

Welche neuen Möglichkeiten eröffnen sich Ihnen dank dieser Weiterbildung? 

Knecht: «Dank der Weiterbildung habe ich jetzt als Architekt ein viel besseres Verständnis für Tragwerke und weiss intuitiv, auf was ich achten muss.»

Wie betrachten Sie nun, ein Jahr nach dem Abschluss, das CAS hinsichtlich des beruflichen Nutzens? Inwiefern konnten Sie die gewonnen Fachkenntnisse einsetzen?

Knecht: «Im Umgang mit Holztragwerken bin ich einiges sicherer und kann viele Dinge auch gleich selbst entscheiden. Im Vorprojekt habe ich dann meistens auch gleich grob das ganze Holztragwerk bereits definiert, bevor es zur Kontrolle und Feinausarbeitung zum Ingenieur geht. Damit bin ich wesentlich schneller und es macht erst noch Spass das Tragwerk selbst bestimmen zu können.»