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Cocoboards: Bauplatten aus Kokosnussfasern

16.05.2017
Für den sozialen Wohnungsbau auf den Philippinen fehlt gutes und günstiges Baumaterial. Gleichzeitig fallen beim zweitgrössten Kokosnussproduzenten der Welt jährlich tonnenweise Kokosnuss-Schalen an, die nicht weiterverwertet werden. Forschende der BFH-AHB und aus den Philippinen haben nun ein Verfahren entwickelt, das die Weiterverarbeitung dieser Erntereste zur ökologischen Bauplatten ermöglicht.


Auf den Philippinen nimmt die Wohnungsnot stetig zu. Der ärmere Teil der Bevölkerung lebt oft in behelfsmässigen Gebäuden, die regelmässig durch die wiederkehrenden Tropenstürme in der Region zerstört oder beschädigt werden. Verbaut wird oft teuer importiertes, minderwertiges Baumaterial, da es an lokal produzierten und erschwinglichen Alternativen mangelt.

Gleichzeitig produzieren die Philippinen als zweitgrösster Kokosnussproduzent der Welt bis zu 15 Mio. Tonnen Kokosnüsse im Jahr. Rund 5 Mio. Tonnen Kokosnuss-Schalen werden nach der Ernte deponiert oder verbrannt. Diesen Umstand machten sich die Forschenden der BFH-AHB aus der Schweiz und den Philippinen zunutze: Sie entwickelten eine Technologie, mit der die Kokosnuss-Schalen zu ökologischen Bauplatten, den sogenannten „Cocoboards“, weiterverarbeitet werden können.

Die Schalen werden gemahlen, mit einem natürlichen, Tannin-basierten Klebstoff gemischt und anschliessend zu Platten gepresst. Die „Cocoboards“ sind dabei zu 100% natürlich und ihre relativ simple Zusammensetzung ermöglicht eine Produktion mit den Bedingungen vor Ort.

Mittlerweile haben sich die „Cocoboards“ auch in der Praxis bewährt: In Zusammenarbeit mit der Hilti Foundation wurde die Produktion der Platten im kommerziellen Massstab getestet und versuchsweise im Rahmen eines philippinischen Wohnbauprogramms verbaut.

Die Pilotprojekte zeigten, dass die „Cocoboards“ grosses Potenzial für die lokale Wirtschaft haben. Zurzeit sind Nachfolgeprojekte in Planung. Der Fokus liegt dabei auf Massnahmen zur erfolgreichen Markteinführung und zur Erweiterung der Wertschöpfungskette. Schwerpunkte werden der Aufbau einer stabilen Produktion von „Cocoboards“, die Versorgung mit Rohstoffen und der Aufbau einer lokalen Tannin-Produktion sein.

Zur Medienmitteilung von 15. Mai 2017

Präsentation des Projekts am 12. Mai 2017 in Biel

     
  

 

 

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