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AHB-Awards Nachhaltige Entwicklung

30.11.2018
Zum zweiten Mal verlieh das Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule BFH am 29. November 2018 die AHB-Awards Nachhaltige Entwicklung. Die Awards zeichnen Projekte von Studierenden aus, die sich durch eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit hervorheben.

Nach einem einleitenden Referat von Alfred Breitschmid, emeritierter Professor für Ökologie und Nachhaltigkeit, wurden fünf Arbeiten ausgezeichnet.

AHB-Award für Nachhaltige Entwicklung, Fachbereich Architektur

  • Simon Garnier, Projektarbeit «Feuer und Flamme»

Auszug aus dem Jurybericht:
«Neu am Freudenbergerplatz: ein solitärer Neubau, präzise verortet und eigenständiger Architektur schafft Identität für das Studierendenwohnheim. Das Projekt überzeugt mit einer geschickten Erschliessung und Adressbildung, einer gelungenen Einbettung ins Terrain sowie einer sorgfältigen Aussenraumgestaltung. Die Erdgeschossnutzungen, eine grosse Velostation, ein Laden und ein Bistro machen das Gebäude für die Bewohnerschaft und das Quartier attraktiv. Im Inneren erfolgt die Erschliessung über den Hof, der Kommunikations- und Verweilort zugleich ist. Küche, Essen und Aufenthaltsräume, wählbar zum Hof hin zu öffnen, werten die schlichten Studierendenzimmer auf. Gemeinsames Wohnen sowie eine grosse Flexibilität stehen im Mittelpunkt des Konzeptansatzes. Die Gestaltung der Fassaden, die hybride Holzbauweise, das schlüssige Energiekonzept, Lifecycle-Betrachtungen sowie die Sorgfalt im Detail verleihen dem Projekt eine beachtenswerte Breite und Tiefe. Die Projektarbeit überzeugt weiter mit einer hohen Bearbeitungstiefe und gestalterischer Kompetenz. So entsteht ein räumlich inspirierender Ort für Studierende und fürs Quartier.»

Jurypräsident: Peter Schürch, Professor für Architektur und Entwurf

AHB-Award für Nachhaltige Entwicklung, Fachbereich Holz

  • Jonas Wacker und Natanael Wildermuth, Semesterarbeit «Quadrin Autark – eine kleine mobile Wohneinheit, die sich selbst mit Strom und Wasser versorgt»

Auszug aus dem Jurybericht:
«Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Prototyping einer kleinen, autonomen und mobilen Wohneinheit. Diese Wohneinheit, mit Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft hergestellt und auf Schraubfundamenten installiert, erlaubt das temporäre Wohnen ohne langfristigen Einfluss auf den Boden und die Landschaft. Die Konzepte der Wasserversorgung aus Regenwasser, die trockenen Toiletten und die Stromversorgung durch eine kleine Photovoltaik-Anlage ermöglichen sehr niedrige Umwelteinflüsse und schliessen sich sogar den natürlichen Wasser- und Phosphorkreisläufen an. Dabei enthält das Projekt nicht nur starke Komponenten im Bereich des Boden-, Landschafts- und Klimaschutzes, sondern stärkt die fragile Wirtschaft in Randregionen dank einem innovativen Ansatz. Wenn man sich das Objekt in verschiedenen Landschaften und Situationen vorstellt, bietet es auch einen gesellschaftlichen Nutzen: Urbane Nomaden werden sensibilisiert für den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und wir können uns auch gut vorstellen, dass das Konzept einen interessanten Lösungsansatz für Notunterkünfte nach Katastrophen oder Krisen bieten kann.»

Jurypräsidentin: Christelle Ganne-Chédeville, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Werkstoffe und Holztechnologie

AHB-Award für Nachhaltige Entwicklung, Fachbereich Bau

  • Christian Wullschleger, Bachelorthesis «Hochwasserschutz Wildbäche Ringgenberg-Goldswil»

Auszug aus dem Jurybericht:
«Die Arbeit von Christian Wullschleger fand ihren Ursprung in den starken Niederschlägen zum Jahresbeginn 2018, als im Gemeindegebiet Ringgenberg-Goldswil mehrere Wildbäche über die Ufer traten und teilweise erhebliche Sachschäden anrichteten. Die Gefahrenkarte bestätigt, dass die aktuelle Gerinnekapazität für aussergewöhnliche Abflüsse mit Geschiebe nicht ausreicht und für einige Wildbäche dringender Handlungsbedarf besteht. Der massgebende Gefahrenprozess ist mehrheitlich der Murgang. Nach einer umfassenden Variantenstudie hat Wullschleger ein Konzept von kombinierten Massnahmen mit Hochwasserentlastungen und Geschieberückhaltebecken geplant, das der Bevölkerung einen angemessenen Schutz bietet und kostenwirksam ist. Die Nachhaltigkeitsbeurteilung wurde mit dem Berner Nachhaltigkeitskompass vorgenommen. Als nachhaltigste Lösung wurde ein Kompromiss zwischen grossem Geländeabtrag und hohem Ressourcenverbrauch für ein Rückhaltebauwerk gefunden. Wullschleger deutet darauf hin, dass der näher untersuchte Geschiebesammler mit rezykliertem Beton realisiert werden kann und einen langfristigen Schutz sicherstellt sowie Ersatzmassnahmen für die gerodeten Flächen geleistet werden müssen. Das Projekt wird von Wullschleger in der Gesamtbetrachtung als sehr nachhaltig eingestuft und zur Umsetzung empfohlen.»

Jurypräsidentin: Jolanda Jenzer, Professorin für Wasserbau

Weitere Auszeichnungen wurden für folgende Projekte verliehen:

  • Gabriel Köferli und Lars ZInniker
    Semesterarbeit Fachbereich Holz «Produktentwicklung zur Förderung und Umsatzsteigerung der Eigenprodukte»
  • Simon Schnydrig, David Stehli und Christian Wullschleger
    Projektarbeit Fachbereich Bau «Kleinwasserkraftwerk Emme Neuhof»

Bilder von der Preisverleihung am 28. November 2018

 


   
Alfred Breitschmid hielt ein Einstiegsreferat zum Thema NachhaltigkeitGabriel Köferli und Lars Zinniker mit Birgit Neubauer-Letsch, der betreuenden Dozentin
Stephan Wüthrich dankt Urs-Thomas Gerber von CSD Ingenieuren, dem Sponsor des AwardsStephan Wüthrich moderierte den AHB-Award Nachhaltige Entwicklung
Siegerpreis Fachbereich Bauingenieurwesen: Urs-Thomas Gerber, Christian Wullschleger, Stephan WüthrichAnerkennungspreis Fachbereich Holz: Urs-Thomas Gerber, Gabriel Köferli, Lars Zinniker, Cornelius Oesterlee und Christelle Ganne-Chédeville 
Siegerpreis Fachbereich Holz: Urs-Thomas Gerber, Natanael Wildermuth, Cornelius Oesterlee und Christelle Ganne-ChédevilleSiegerpreis Fachbereich Architektur: Urs-Thomas Gerber, Simon Garnier und Peter Schürch

 

 

 

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