Ausbildungszusammenarbeit mit Gabun verlängert

22.12.2015
Die 2011 gestartete Zusammenarbeit mit Gabun tritt nach fünf erfolgreichen Jahren ab 2016 in eine zweite Phase über. Nach dem Ende September unterschriebenen Rahmenvertrag, wurden letzte Woche anlässlich eines Besuchs von M. Moussavou, Minister für technische und berufliche Bildung, drei Leistungsvereinbarungen unterschrieben. Diese regeln die Aktivitäten in den nächsten fünf Jahren. Die Ausbildungszusammenarbeit hat zum Ziel, ein duales Berufsbildungssystem nach dem Vorbild der Schweiz einzuführen und qualifizierte Fachpersonen auszubilden, die mit ihrem Wissen die lokale Holzwirtschaft stärken. In der ersten Phase des Projekts wurden in Gabun bereits vier duale Berufsausbildungen eingeführt, die in etwa 60 Betrieben über 100 Lernende ausbilden.

Unter der Koordination des Centers for Development and Cooperation CDC der BFH, das spezialisiert ist auf die Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern im Holz- und Baubereich, wurden in den vergangenen fünf Jahren grosse Erfolge erzielt: 19 Ausbildner aus Gabun bildeten sich innerhalb des Executive Master of Business Administration Berufsbildungsmanagement in der Holzwirtschaft weiter und übernehmen nun in Gabun in der Einführung der dualen Ausbildung Schlüsselrollen. Auf Stufe Bachelor und Techniker befinden sich zurzeit 14 Nachwuchskräfte für die Gabunische Holzwirtschaft in Biel in der Ausbildung. In Gabun wurden vier duale Berufsausbildungen eingeführt, die in etwa 60 Betrieben bereits über 100 Lernende ausbilden. Diese Erfolge sind auf eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen dem Bildungsministeriums Gabuns, Unternehmen der lokalen Holzindustrie – darunter auch die Firma EcoWood, die zu der Schweizer Häring-Gruppe gehört – und der BFH zurückzuführen. Während des Besuchs besuchte die Delegation aus Gabun Berufsbildungszentren und Firmen, die Lehrlinge ausbilden. Zudem blieb auch Zeit, dass sich der Minister mit den jungen Gabunesinnen und Gabunesen austauschte, die zurzeit in der Schweiz studieren.

Ziel: Holz nachhaltiger nutzen und im eigenen Land weiterverarbeiten
Während der zweiten Phase der Zusammenarbeit wird der Fokus noch stärker auf die Aktivitäten in Gabun gelegt. Der Fokus liegt nun auf der lokalen Verankerung und der nachhaltigen Wirkung der eingeführten Änderungen. Konkret wurden folgende Massnahmen geplant und verabschiedet: An der Ecole Normale Supérieure de l'Enseignement Technique du Gabon werden Lehrkräfte anhand eines spezialisierten Masterstudiengangs ausgebildet. An der BFH werden weiterhin junge Gabunesen und Gabunesinnen auf Stufe Bachelor und Techniker ausgebildet, die nach ihrem Abschluss mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten die Gabunesische Holzindustrie stärken. Die in Gabun bereits eingeführten dualen Berufsausbildungen werden in weiteren Teilen des Landes angeboten und auf zusätzliche Berufe erweitert. Zudem wird im Hochschulbereich die Ecole Supérieure des Métieurs du Bois de Booué eingeweiht. Sie bietet Studiengänge auf Technikerniveau an. Die Summe dieser Massnahmen soll es ermöglichen, dass der zentralafrikanische Staat, der über grosse Tropenholzvorkommen verfügt, den Rohstoff Holz nachhaltiger nutzen und ihn im eigenen Land weiterverarbeiten kann. Zudem trägt die Neuausrichtung dazu bei, dass die Wirtschaft des Landes, die bisher von der Petrolindustrie abhängig war, stärker diversifiziert wird und – durch die Konzentration auf die Berufsausbildung der Jungen – auch die Jugendarbeitslosigkeit gesenkt wird.

Bilder


Bild 1.
M. Moussavou, Minister für technische und berufliche Bildung aus Gabun


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René Graf, Direktor des Departements Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule BFH und M. Moussavou, Minister für technische und berufliche Bildung aus Gabun unterzeichnen die Verträge.


Bild 3.
M. Moussavou und René Graf im Gespräch.


Bild 4.
Die Delegation aus Gabun mit den Verantwortlichen der BFH vor der Rock Hall 2 in Biel, wo die Verträge unterzeichnet wurden.


Bild 5.
Vorstellung der Ecole de la construction in Tolochenaz durch den Direktor M. Savary.

 


Bild 6. Überbetrieblicher Kurs an der Ecole de la construction in Tolochenaz. 

Center for Development and Cooperation
Das Center for Development and Cooperation CDC ist eine Abteilung des Departements Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule. Es ist spezialisiert auf die Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern im Holz- und Baubereich. Ihr Fachwissen setzen die Mitarbeitenden des CDC für entwicklungsrelevantes Capacity Development ein. Damit stärken sie Individuen, Institutionen und Systeme aus Bildung, Forschung und Wirtschaft und tragen zu einer nachhaltigen Entwicklung bei.
Center for Development and Cooperation

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