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Holzfassaden: Lösungen und Innovationen

Im Rahmen der ersten Journée romande der Hausbau- und Energiemesse in Bern 2010 (BEA bern expo) veranstaltete die Forschungseinheit Werkstoffe und Holztechnologie der Berner Fachhochschule (BFH) ein Seminar in französischer Sprache zur Problematik von Holzfassaden. Mehr als 50 vorwiegend welsche Teilnehmer mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund kamen am 11. November 2010 zusammen, um sich bei vier französischsprachigen Vorträgen zwei Stunden lang über die Neuheiten im Bereich Holzfassaden zu informieren.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

Bei der Tagung kamen verschiedene Themen zur Sprache, die von den Ursachen der Fassadenalterung bis zu möglichen Sanierungsmassnahmen reichten, wobei die neuesten Innovationen und die jüngsten, vielversprechenden Erkenntnisse der Forschung herausgestellt wurden. Daniel Ingold von Cedotec verschaffte den Teilnehmenden einen Überblick über die verschiedenen Holzarten und -oberflächen, die beim Bau von Holzfassaden traditionell verwendet werden, und erläuterte die Vor- und Nachteile der aktuellen Systeme. Anschliessend informierte Marion Noël von der Einheit Werkstoffe und Holztechnologie die Teilnehmer über die Leistungen, die die BFH den Unternehmen der Branche anbietet. Das breit gefächerte Angebot reicht von der Festlegung der Oberflächenausführung über Analysen bis zu Alterungstests und berücksichtigt die geltenden Vorschriften. Die BFH untersucht zudem in verschiedenen Forschungsprojekten das Potenzial der Verwendung von Nanotechnologien. In der zweiten Tagungshälfte referierte Martin Geiser von der BFH über die Probleme der Verfärbung unbehandelter Naturfassaden. Die Ergebnisse der an bestehenden Gebäuden durchgeführten Untersuchungen zeigen, wie die Fassaden sich je nach Holzart, Alter, Ausrichtung und Standort verfärben. Zum Schluss stellte Ismaël Mivelaz von der Westschweizer Vereinigung für die Förderung von Holzverkleidungen GPRB (Groupement romand pour la Promotion des Revêtements Bois) die neuesten Dienstleistungen vor, die die Vereinigung für Unternehmen entwickelt hat. Mivelaz betonte die Verpflichtung der Anbieter, ihre Kunden ausführlich über die ästhetischen Veränderungen behandelter wie unbehandelter Fassen aufzuklären, und erörterte die entsprechenden Massnahmen, die im Rahmen des Labels Certibois® entwickelt wurden. Die Tagungsteilnehmer beteiligten sich durch Fragen an die Referenten aktiv an der Veranstaltung.

 

De gustibus et coloribus non est disputandum

Eine Fassade, die sich niemals verfärbt und keine Investitionen erfordert, existiert leider noch nicht. Die Lösungen, die in diesem Seminar vorgestellt wurden, weisen dem Markt jedoch neue Möglichkeiten auf und sind eine eingehendere Prüfung wert. Die Vorgabe ist klar: Der Kunde muss sowohl vom Architekten als auch vom Fassadenbauer und vom Oberflächenspezialisten darüber informiert werden, wie sich die Farbe seiner Fassade im Laufe der Zeit verändern wird. Die verwitterten Fassaden der alten Walliser Chalets mögen ja meist romantisch wirken; die Frage ist, ob man eine solch gealterte Fassade auch an einem modernen Gebäude noch schön findet. Hierauf kann die Wissenschaft keine Antwort bieten, sondern nur der persönliche Geschmack.

 

Mehr als 50 Teilnehmende haben sich über die Innovationen und die Forschung an Holzfassaden informiert.
 
Daniel Ingold von der Cedotec hat das Einführungsreferat gehalten.
 
Marion Noël (BFH-AHB) hat die neusten Erkenntnisse aus der Forschung vorgestellt.
 
Christelle Ganne-Chédeville (BFH-AHB) hat das Seminar moderiert.
 

Für weitere Auskünfte:

Christelle Ganne-Chédeville, Dr. Ing.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin Werkstoff und Holztechnologie sowie Projektleiterin

Forschung und Entwicklung

Berner Fachhochschule

Architektur, Holz und Bau

Solothurnstrasse 102, Postfach, CH-2500 Biel 6

Telefon direkt: +41 32 344 03 86

Fax: +41 32 344 03 91

christelle.ganne-chedeville@bfh.ch

 

www.ahb.bfh.ch