Reto Imesch studiert berufsbegleitend im Bereich «Bauen im Bestand und Bauphysik» des MSEs im Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule (BFH-AHB). Die Präsentation der Resultate aus seinen Arbeiten fand in den Räumlichkeiten seines Arbeitgebers, dem Ingenieurbureau A. Aegerter & Dr. O. Bosshardt AG in Basel, statt. Dort fand sich ein hochkarätiges Publikum mit Vertretern des Bundesamt für Energie, des Amts für Umwelt und Energie Basel sowie des Heimatschutzes und der Denkmalpflege der Stadt Basel. Neben der Erläuterung eines konkreten Beispiels gab Reto Imesch Einblick in den Geschichtskontext, die statistischen Grundlagen sowie die Auswahl der Beispielgebäude. In der konkreten Bilanzierung am Beispiel eines Mehrfamilienhauses am Baumgartenweg in Basel ging er auf die Berechnungsgrundlagen sowie die Ergebnisse einer Sanierung der Innendämmung der Aussenwände, der Dämmung des Kellerbodens sowie der Sanierung der Fenster und der Heizung ein.
Die Ausführungen von Reto Imesch wurden ergänzt durch Beiträge weiterer Fachpersonen der Forschungseinheit Holz- und Verbundbau der BFH-AHB, an welcher das Projekt bearbeitet wird. Daniel Kehl, wissenschaftlicher Mitarbeiter, erläuterte die Massnahme der Innendämmung bei historischen Gebäuden. Die heute üblichen Aussendämmsysteme sind in der Regel bei diesen Gebäuden wegen der strukturierten Fassade nicht anwendbar. Um die Bauten dennoch energetisch zu verbessern, können z.B. Dämmungen auf der Innenseite der Aussenwände eingesetzt werden. Diese Massnahmen sind allerdings bauphysikalisch nicht ganz unkritisch. Es bedarf einer detaillierten Bauaufnahme sowie guter Kenntnisse alter Bauwerke, Konstruktionen und deren bauphysikalischem Verhalten. In Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege werden Lösungen entwickelt, die das Erscheinungsbild der Bauten bewahren, den Energieverbrauch reduzieren und gleichzeitig vor der Zerstörung schützen. Im Rahmen eines weiteren Projekts, finanziert durch die Stiftung zur Förderung der Denkmalpflege, erläuterte Charlene Heuer, Studentin des Joint Masters of Architecture und Assistentin in der Forschungseinheit Holz- und Verbundbau, die Thematik der energetischen Sanierung historisch wertvoller Fenster. Andreas Müller, Studiengangsleiter des MSEs an der BFH-AHB und Leiter der Forschungseinheit Holz- und Verbundbau führte ins Thema ein und leitete die anschliessende Diskussion.
Das Forschungsprojekt «Nachhaltige Modernisierung historisch wertvoller Gebäude» wird in Kooperation mit der ETH Zürich (Institut für Denkmalpflege und Bauforschung IDB), dem Institut für Technologie in der Architektur ITA (Lehrstuhl für Bauphysik), der Empa Dübendorf, der EPF Lausanne und der SUPSI Canobbio bearbeitet.
Masterstudiengänge – aus einem anderen Blickwinkel studieren
Die konsekutiven Masterstudiengänge, die an der BFH-AHB angeboten werden, sind eng mit der Forschung und Entwicklung verknüpft. Die Forschungseinheiten bilden das Fundament der Masterstudiengänge. Die Studierenden werden in Forschungsprojekte und Forschungsteams integriert. Die BFH-AHB bietet folgende Masterstudiengänge an:
- Joint Master of Architecture
- Master of Engineering in Holztechnik
- Master of Science in Engineering (Vertiefungen: Bauen im Bestand und Bauphysik, Holz- und Verbundbau, Naturereignisse und Geotechnik)
Weitere Informationen: www.ahb.bfh.ch/master