Nach dem Erwerben des Basiswissens im ersten Studienjahr, entscheiden sich die Studierenden im zweiten Studienjahr an der Berner Fachhochschule im Bachelorstudiengang Holztechnik neu für eine von zwei Vertiefungen: Timber Structures and Technology (TST) bereitet die angehenden Holzingenieurinnen und Holzingenieure auf eine wissenschaftlich-bauorientierte Karriere vor; Process and Product Management (PPM) hingegen auf eine mehrheitlich wissenschaftlich-managementorientierte Laufbahn. Je nach Interesse, Neigung und Vorbildung erarbeiten sich die Studierenden im dritten Studienjahr ein individuelles Profil. Dafür wählen sie eine von sechs Fachrichtungen.
Zwei Vertiefungen
Mit der Vertiefung Timber Structures and Technology (TST) legen die Studierenden ihre Schwerpunkte in den Gebieten Statik, Berechnung und Bemessung sowie Konstruktion und Ausführung. Sie erlernen die Grundkonzepte und die holzspezifischen Eigenheiten beim Bauen komplexer Gebäude und Tragwerke. Die Vertiefung Process and Product Management (PPM) konzentriert sich auf die Prozesse zur Nutzung des Holzes für intelligente, umweltfreundliche Produkte. Dabei stehen Themengebiete wie Verarbeitungs- und Maschinentechniken, Betriebsplanung, Betriebsführung, Produktentwicklung und Marketing im Mittelpunkt.
Mehr Individualität mit sechs Fachrichtungen
Der Studiengangsleiter Dr. Andreas Hurst ist überzeugt, dass eine spezifische Fachausbildung notwendig ist, um den wirtschaftlichen und vielschichtigen Bedürfnissen der Holzwirtschaft und ihrer benachbarten Branchen gerecht zu werden. Ab dem 5. Semester sieht der Studienplan deshalb neu sechs Fachrichtungen vor:
- Prozessmanagement: In den Themengebieten Produktion, Wirtschaftlichkeit, flexible Fertigungszellen und Reverse Engineering wird die Entwicklung und Umsetzung von komplexen und ökonomischen Fertigungsprozessen erlernt.
- Produktmanagement: Im Rahmen der Themengebiete Produktentwicklung, Darstellungstechnik und Visualisierung koordinieren die Studierenden zwischen Design, Fertigung und Verkauf. Sie entwickeln neue Produkte bis zur Marktreife.
- Innenausbau: Mit den Erkenntnissen aus den Themengebieten Design, Konstruktion, Innenarchitektur und Entwurf sind die Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen in der Lage, mit Architekten und Designerinnen individuell zugeschnittene Ausbauten zu entwerfen und zu realisieren.
- Gebäudehülle: Energieeffiziente Techniken und Methoden, die bei Renovationen und Neubauten benötigen werden, lernen die Studierenden in den Themengebieten Gebäudehülle, Architektur, Fenster- und Fassadentechnik sowie Haus- und Gebäudetechnik kennen.
- Holzhausbau: Qualität und Langlebigkeit unter Berücksichtigung wirtschaftlich-ökologischer Ansprüche stehen in den Themen Bauphysik, Bauprozesse, Holzhausbau und Architektur im Mittelpunkt.
- Ingenieurholzbau: Mit dem Wissen aus den Themengebieten Fundament und Modellierung, Hausbau und Prozesse, Holzbau und Stabilität sowie Verbundbau und Statik holen sich die Studierenden die Qualifikation für die Entwicklung und Verwirklichung von traditionellen und futuristischen Tragwerken.
Die Fachrichtung Prozessmanagement richtet sich an Personen, die die Vertiefung PPM gewählt haben und Ingenieurholzbau an diejenigen, die den Weg in die Vertiefung TST eingeschlagen haben. Alle anderen Fachrichtungen eignen sich für Studierende beider Vertiefungen.
Fachhochschulstudium Holztechnik: einzigartig und vielseitig
Das Studium ist modular aufgebaut und dauert drei Jahre, mit dem fakultativen Praktikum vier Jahre. Ob Holzkonstruktionen, Gebäude, Inneneinrichtungen oder Möbel – alles dreht sich um den erneuerbaren Roh- und Werkstoff Holz und seine vielseitigen Verarbeitungs- und Einsatzmöglichkeiten. „Holz Biel“ ist die Kaderschmiede der Holzbranche. „Holz Biel“ ist auch alleinige Ausbildungsinstitution in der Schweiz, an der das einzigartige Fachhochschulstudium zur Holzingenieurin und zum Holzingenieur absolviert werden kann. Das Ausbildungskonzept ermöglicht jungen Berufsleuten eine durchgängige Karriereplanung von der Lehre mit Berufsmaturität respektive der gymnasialen Maturität bis hin zu Kaderpositionen in der Holzwirtschaft oder im öffentlichen Dienst. Es erlaubt nach der vertiefenden Masterausbildung auch eine akademische Laufbahn in der Forschung und Entwicklung oder in der Lehre.
Praktikum
Beim fakultativen Praktikum im In- oder Ausland steht nicht nur die Erweiterung der Fachkompetenz im Mittelpunkt. Auch das Vertiefen oder Erlernen einer Fremdsprache sowie das Kennenlernen anderer Kulturen nimmt eine wichtige Rolle ein. Beim Aufenthalt in der Praxis sollen erste Erfahrungen als Ingenieurin, als Ingenieur gesammelt und die wissenschaftlich-technische Abschlussarbeit (Thesis) verfasst werden. Das neun Monate dauernde Praktikum in einem Unternehmen der Holzwirtschaft oder in einer auf Holz ausgerichteten Forschungsinstitution im In- oder Ausland steht nach dem fünften Semester auf dem Programm.
Informationsabend Bildungsangebot Holz Biel
28. September 2010, 18 Uhr.
Open Days
19. November 2010, ganztags: Hautnah miterleben, was in den Studienräumen und den Forschungslabors geschieht.
Weitere Informationen zum Studiengang und zu den Veranstaltungen: www.ahb.bfh.ch .